Turin – tolle Einblicke und Ausblicke II

Der zweite Tag in Turin stand ganz im Zeichen zweier Hauptattraktionen: Dem Gran Balon, dem groรŸen Floh- und Antikmarkt, und die Mole Antonelliana, fรผr die ich Nachmittags ein Ticket gebucht hatte. Doch zunรคchst auf den Gran Balon.

Diese groรŸe Version des Marktes findet an jedem zweiten Sonntag im Monat statt. Es ist ein riesiger Markt, auf dem sich mehr oder weniger skurrile Sammlerstรผcke, Vintage, Nepp, Mรถbel, Klamotten, Haushaltswaren munter tummeln. Fรผr den gesamten Markt gilt, dass man wieder mir dem Pflaster aufpassen muss. Hรคufig gibt es mittig Bereiche mit glattem Pflaster, zu den Stรคnden hin aber leider das kugelige Kieselpflaster.

Fรผr alles findet sich ein Spezialist.
Tรผckisch das Pflaster

Teile des Marktes sind Indoor.

Individuell sind manche Besucher…
…und die StraรŸenzรผge.

Zum Konzept der Stadt Turin gehรถrt auch Streetart. Die StraรŸe als Kunstraum fรผr kleinere und grรถรŸere Wandgestaltungen, รผber die man im Vorรผbergehen stolpern kann.

Eine weitere Besonderheit Turins, die die Stadt zu einem Paradies fรผr Flaneure macht, sind die Arkaden. Sagenhafte 18 Kilometer รผberdachte FuรŸgรคngerzonen gehรถren zum kulturellen Erbe der Stadt. Ein schรถnes Detail: Ein Teil der Arkaden birgt ein riesiges Antiquariat vieler einzelner kleiner Antiquare, alle mit Spezialisierung. Da ist selbst bei schlechtem Wetter gut vorgesorgt.

Die Arkaden sind Teil des StraรŸennetzes…
… und haben Verkehrsregeln.

So habe ich mich entspannt langsam in Kreisen ziehend der Mole genรคhert, bis es plรถtzlich mรถglich war, einen gescheiten Blick auf sie zu erhaschen. Und weil es so schรถn war, gab es gleich nebenan noch eine musikalische Einlage.

Der Eingang fรผr Rollifahrende ist links neben dem Haupteingang. Die Mole Antonelliana besteht nicht nur aus der ikonischen Kuppel samt Spitze, die man mit einem spektakulรคren, frei schwebenden Innenaufzug durchgleiten kann – ein wenig wie Willy Wonka durch die Schokoladenfabrik. Sie beherbergt auch ein absolut sehenswertes Filmmuseum, das fรผr mich eines der schรถnsten Museen ist, in denen ich je gewesen bin. Man hat hier mit sehr viel Gefรผhl und ร„sthetik die Architektur zum Mitspieler fรผr die Exponate gemacht. Diese ziehen sich bis hoch in die Kuppel hinein.

Kuppel und Eintritt in das Museum sind grundsรคtzlich getrennt, kรถnnen aber auch zusammen gebucht werden. Beides ist fรผr Rollifahrende und ihre Begleiter kostenlos! Der Eintritt fรผr das Museum braucht nicht vorher gebucht werden. Unsereins hat Sonderrechte und kann an etwaigen Schlangen vorbei. Fรผr den Aufzug empfiehlt sich aber ein Ticket, da immer nur ein Rolli zeitgleich in der Laterne oben sein darf. Trotz dieser Einschrรคnkung ist es fantastisch, dass man รผberhaupt Rollstรผhle hochlรคsst. Hier mal wieder mein Negativbeispiel, den Berliner Fernsehturm erwรคhnt, der nicht hinbekommt, was andere schaffen.

Wie schon angesprochen war ausgerechnet an dem Tag, als ich hoch auf die Kuppel bin, der erste Tag mit Herbstdiesel. Die Fernsicht war eher bescheiden. Es reichte nicht einmal fรผr einen klaren Blick auf den Monte dei Cappuccini, das Spiegelbild zu dieser Aufnahme. Dennoch hat sich die Aussicht schon alleine auf die Stadt Turin gelohnt. Noch spektakulรคrer, das hatte ich vor dem Besuch vรถllig unterschรคtzt, ist aber das Museo Nationale del Cinema! Fรผr das hatte ich gar nicht ausreichend Zeit eingeplant. Man kann dort viele Stunden verbringen, es wird einem nicht langweilig. Nicht nur zahlreiche Exponate, sondern sehr viel interaktive Ausstellungsobjekte, mit denen man auch Kinder begeistern kann. Daneben hat man die Mรถglichkeit, sich zahlreiche Filme in speziellen Kabinen anzusehen.

Alleine schon die Kuppel von Innen samt Aufzug, dem man im unteren Bereich eine „Hรผlle“ aus einem Seilvorhang verpasst hat, auf den Film projiziert wird:

… um zu sehen, wie der Aufzug durch den Vorhang schwebt…
… um oben in der Kuppel zu verschwinden.

Die sehenswerten Wechselausstellungen ziehen sich auf einem spiralfรถrmig angelegten Weg von innen an der Kuppel lang. Sie sind mit Steigung und Zwischenplattformen so angelegt, dass man mit Rollstuhl hochkommt. Der Rรผckweg erfolgt auf dem selben Weg. Zu berรผcksichtigen: Das ist eine ziemlich lange Abfahrt! Wer Handschuhe hat, ist klar im Vorteil. Wer per Hand bremst und keine konstante Kraft hat, sollte es langsam angehen und sich helfen lassen. Fรผr alle anderen ist es die Kirsche auf der Torte. ๐Ÿ˜‰

Eines ist klar: Mein nรคchster Besuch ist sicher. Dann bringe ich mehr Zeit fรผr das Museum mit.

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