Notlandebahn mitten im Wald auf einer Landstraße

Intermezzo – Wenn Durch-Reisen zum Konzept gehört

Der Unterschied zwischen Reisen und Urlaub wird (auch) dann deutlich, wenn das Reisen an sich, die Bewegung, das Kennenlernen von Landschaften, Menschen, Kulturen,… zum Hauptzweck wird. Das habe ich auch schon mit dem Fahrrad mehrfach getan – als zwei große Touren Berlin-Kopenhagen und den nördlichen Elberadweg; mit dem Auto auf mehreren Touren durch Italien und nun mit dem Wohnmobil. Da zu reisen, wo einen die Nase hinführt, spontan, gehört für mich zum Besten am Reisen überhaupt.

Für den Rückweg aus dem Baltikum habe ich beschlossen, ein Mal mit dem Lineal eine Linie durch Polen zu ziehen, um das Land besser kennenzulernen, als man es gemeinhin von der Autobahn aus tut. Schon auf dem Hinweg habe ich einen Bogen geschlagen und Autobahnen zumindest teilweise gemieden. Beim Rückweg von Suwalki aus war ich noch konsequenter. Überwiegen war ich auf Woiwodschaftsstraßen unterwegs, dem polnischen Pendant zu Landstraßen. Ich wollte auch die Gelegenheit nutzen, meinen Eindruck von Polen etwas zu erweitern, weil eine der nächsten Reisen Polen zum Ziel hat, ohne dass ich mich bisher festgelegt hätte, wohin genau.

Die Reiseschnipsel:

Beim gemütlichen Reisen durch die Landschaft stolperte ich in der Nähe von Ruskowo über eine krass auffällige Formation der Straße: Diese wurde plötzlich schnur gerade breiter ohne übliche Straßenmarkierungen. Das Ganze zog sich auf rund 3 km Länge und erinnerte stark an eine Start-Landebahn. Spätere Recherche hat ergeben, dass der Eindruck nicht trügt. Es handelt sich wohl tatsächlich um eine Notlandebahn samt Abstellplätzen.

Einige Kilometer weiter bin ich in eines der heftigsten Gewitter geraten, durch das ich überhaupt je durchgefahren bin. Die zugehörige Wolkenfront zog von West nach Ost und war ziemlich breit, was bedeutete, dass ich nicht ausweichen konnte. Auch wirkte sie von weitem zwar spektakulär, aber gar nicht so dramatisch. Als ich das Foto gemacht habe, dachte ich noch, ich komme da locker dran vorbei.

Als es dann losging und am helllichten Tag schwarz wurde, habe ich mich an einen 40 Tonner geklemmt und wir sind mit teilweise 30 km/h durch die Lande gezuckelt oder eher geschwommen. Der Lärm durch den prasselnden Regen heftig. Nala hat sich nach hinten verzogen und wolle nicht mehr in den Beifahrer-Fußraum. (Update: Was sie seit dem gar nicht mehr tut. Sie hat jetzt ihren eigenen Anschnallgurt im „Wohnzimmer“ und fährt nur noch dort mit)

Notiert als Reiseziel: Bydgoszcz / Bromberg, wo ich abends zu einem kurzen Spaziergang durch die schöne Altstadt war und am Stadtrand genächtigt habe. Torun (Thorn), an dem ich nur vorbeigefahren bin.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert