


Das Castello di Grinzane Cavour ist ein Bilderbuch-Schloss, wie sich das fรผr anstรคndige italienische Castelli gehรถrt: Kompakt gebaut und mit unterschiedlichen Tรผrmen. Fรผr jeden Geschmack einer. Zum Thema Barrierefreiheit war es allerdings bei meinem Besuch nur eingeschrรคnkt tauglich. Kann man mit Fitnesszustand die Steigung noch bewรคltigen, sollte man – bezeichnend fรผr ein Weingut – nรผchtern sein, um die Spur halten zu kรถnnen. ๐

Die dekorativen Poller im Bild kรถnnen aber auch entfernt werden und werden es wohl auch, so man als schwerbehinderten Mensch den Besuch ankรผndigt. Das war bei meinem Besuch noch nicht klar kommuniziert, man hat da aber wohl nachgearbeitet, nachdem ich einen sehr netten Kontakt mit einer verantwortlichen Mitarbeiterin zum Thema in der Enoteca hatte.
Oben auf der gesamten Flรคche des Hofs gibt es dieses Pflaster, das fรผr jeden Rollstuhl mit kleinen Vorderrรคdern tรถdlich – und in der Region weit verbreitet ist:

Es gibt aber zum Glรผck einen umlaufenden, glatt gepflasterten Weg.
Ins Castello kommt man ins Erdgeschoss zur Enoteca und einem kleineren Ausstellungsraum samt Videoinstallation zur Geschichte des Weinbaus und des Castells. Allerdings ist auch da hilfreich, wenn man vorher Bescheid gegeben hat. Durch den einen Flรผgel passt man mit Rollstuhl nicht und mit vorgelagerter Stufe ziemlich sicher nicht.

Was das restliche Castell angeht, ist leider Schluss, weil es keinen Aufzug gibt. Wie das denkmalschutzgerecht geht, kann man sich in Barolo beim WiMu anschauen.
Trotzdem lohnt ein Besuch, denn das ist noch nicht alles, was das Castello zu bieten hat. Man hat umlaufend einen Openair-Ausstellung zur Geschichte des Weinbaus um das Schloss herum in die Weinberge gesetzt.

Diese ist wirklich aufwรคndig und schรถn gemacht – und, zumindest fรผr Rollstuhlfahrer voll barrierefrei! Ich habe beim oben schon erwรคhnten Gesprรคch schon thematisiert, dass es perfekt wรคre, wenn man da noch an andere Beeintrรคchtigungen denken kรถnnte.

Das Museum besteht nicht nur aus reinen Informationstafeln, sondern hรคlt auch Schaukรคsten vor. Dem Jahresverlauf folgend erfรคhrt man, was zu welcher Zeit in einem Weinberg so passiert und zu tun ist.

Wer einmal halb ums Schloss rumgelaufen ist, kann mit einem Aufzug auf das Plateau fahren. Man kann aber auch den ganzen Weg entlang einfach nur das fantastische Panorama genieรen. Dabei kann man dann eine Installation entdecken, die im gleichen, oxidierten Metall angelegt ist, wie das Open-Air-Museum. Und richtig, sie ist noch Bestandteil des Komplexes.

Um dort hin zu gelangen, muss man auf der (kaum befahrenen) Straรe durchs Dorf und am anderen Ende auf einem Schotterweg in den Weinberg hinein.

Der Weg hat zum Teil stรคrkeres Gefรคlle, ist aber ansonsten machbar. Es erwartet einen die Fortsetzung der Ausstellung und wieder tolles Panorama, wozu von hier aus auch ein toller Blick auf das Castello gehรถrt.

Auf der anderen Seite reicht der Blick รผber die Weinberge auf das auf der Seite gegenรผber liegende La Morra.

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