Bra – im Genussreich

Von den Genüssen um die Piemonteser Nüsse direkt ins Herz der Slow Food – Bewegung nach Bra, dem Gründungsort und immer noch deren Hauptsitz. Die ganze Stadt steht im Zeichen der Kulinarik. Der Freitagsmarkt ist der größte der Stadt. Hier findet man eine bunte Mischung, nicht nur, aber reizvoller kulinarischer Dinge, darunter Honig, lokaler Käse, Nüsse, Streetfood. Dazwischen – wie sich das für einen italienischen Wochenmarkt gehört – natürlich auch andere Sachen wie Kleidung und Haushaltswaren. Der Markt erstreckt sich recht groß über einige Plätze und Straßen.

Sehr angenehm ist, dass dieser Wochenmarkt überwiegend nicht so gedrängt ist, so dass man sich sehr frei bewegen kann. Bra macht übrigens auch keine nennenswerten Probleme mit dem Pflaster. Und wenn es einem doch zu viel wird – hat man eine sehr schöne Möglichkeit, hinter die Kulissen auszuweichen:

Kulinarische Köstlichkeiten beschränken sich in Bra aber natürlich nicht nur auf den Wochenmarkt. Die ganze Altstadt, die weitgehend Fußgängerzone ist, ist voller gastronomischer Angebote, Feinkostgeschäften, Getränkeläden. Wenn alle Stricke reißen, holt man sich das handgemachte Eis aus der Mauer.

Automat in der Hausfassade mit handgemachtem Eis

Das Angebot reicht von Focaccia, die man in großer Vielfalt überwiegend in Bäckereien angeboten bis hin zu süßen Leckereien, wie die piemontesische Spezialität der Meringhe alla Panna, verboten dicke Gebäcke aus aromatisierten, meist auch farbigen Baiserschalen mit einer ebenso aromatisierten Sahnefüllung.

Nach der sehr ausgiebigen Völlerei für Auge und Gaumen folgte noch ein Abstecher ins benachbarte, hübsche Städtchen Cherasco. Auch wenn aus dem Besuch des Museo della magia Aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten nichts wurde, so lädt die zum Teil mittelalterliche Altstadt zu einem kleinen Bummel ein. Dazu gehört auch die Viale dei Platani, eine Platanenallee mit beeindruckenden Bäumen, die von Napoleon gepflanzt worden sein soll.

Allee für Fußgänger mit beidseits dicken alten, knorrigen Platanen

Nicht zuletzt damit auch Nala noch mal richtig auf ihre Kosten kommen kann, wollte ich eine Runde in hundetauglicher Natur einlegen. Auf der Suche bin ich nach Hinweisen auf eine geologische Besonderheit am nahe gelegenen Tanaro-Ufer gestoßen: Den Kristallstrand, im Flussbett befinden sich 6 Millionen Jahre alte Kristalle und Fossilien. Der Weg dahin ist auf den letzten Metern runter ins Flussbett nicht barrierefrei! Man muss also ein paar Meter laufen können und das eine kleine Böschung hinunter.

Der Pfad zum Kristallstrand hinunter.

Kleines Memo an mich: An solchen Ufern vorher nach Klettenpflanzen Ausschau halten! Nala ist langhaarig! Was schon unter anderem an der Elbe des öfteren vorkommt, passierte leider auch hier. Weil ich so mit mir beschäftigt war, da runterzukommen, habe ich nicht auf den Hund geachtet. Irgendwann hatte ich eine auf die Seite gelegte Banane vor mir laufen. das passiert dann, wenn sich die Kletten untereinander und in den langen Haaren völlig verfilzen und sie gar nicht mehr richtig geradeaus laufen kann. So eine Befreiungsaktion dauert gerne mal eine Viertelstunde und länger. Hier habe ich nach 30 Kletten aufgehört zu zählen. Grmpf.

Auf dem Foto kann man die glitzernden Kristalle nur erahnen. Ich hatte vor dem Abstieg vergessen, die Kamera mitzunehmen. Das sind jetzt Tablet-Aufnahmen.

Aber auch ohne einen Ausflug an den Kristallstrand ist die Tour ein netter Spaziergang. Hier führt ein zumindest an dem Tag wenig benutzter Radweg vorbei an Haselnussplantage, Weinbergen und Wiesen. Fast die ganze Zeit mit malerischem Blick auf Santa Vittoria d’Alba. Die Route bei Komoot.

Santa Vittoria d’Alba

Genächtigt habe ich an dem Tag zur Abwechslung mal für schmalen Taler auf einem Stellplatz eines Agriturismo. Dieser hat auch low level barrierefreie Sanitäranlagen: ebenerdige Dusche, Toilette seitwärts befahrbar.

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