
Sollte jemand vor der Reise in den Piemont nicht mitbekommen haben, dass er das Schlaraffenland für all jene betritt, die den Gaumengenüssen verfallen sind, dürfte das spätestens nach dem Besuch einer der vielen kleineren und größeren Wochenmärkte anders sein, die diese Region zu bieten hat. Einer der berühmtesten ist zweifelsohne Alba. Rund 200 Stände, darunter über 50 kulinarische, drängen sich jeden Samstag in die Altstadt von Alba. Die teilweise engen Gassen lassen oft nur einen Stand in der Mitte zu, an dem sich die Besucher rechts und links vorbeischieben.


Ganz besonders aus der Perspektive der Rollstuhlfahrerin ein phänomenales Erlebnis: Denn dieses Gedränge ist eigentlich keines. Denn drängen tun die Piemonteser nicht. Praktisch kein Körperkontakt. Das, was so bei uns nicht denkbar wäre: Ich habe mich eben zu keiner Zeit bedrängt gefühlt. Man hält wenn auch kurze, so Distanz. Es wird aufeinander Acht gegeben. Sollte mich wirklich mal jemand übersehen haben, weil die Auslage der Stände gerade intensiv studiert wurde, dann hat sich immer jemand gefunden, der freundlich, ohne dabei vorwurfsvoll oder belehrend zu sein, einen kurzen Wink gegeben hat. Ich war lange nicht mehr derart entspannt auf einem Markt! Eine echte Wohltat.
Eine Wohltat natürlich auch das, was der Markt zu bieten hat. Das gilt nicht nur aber ganz besonders auf dem Markt im Markt, dem Mercato della terra: Die Slow food Bewegung, die ein Stück weiter im Piemontesischen Bra gegründet wurde, ist überall im Piemont deutlich sichtbar. Viele Produzenten haben sich dem Gedanken verschrieben.

Um diese Jahreszeit kommt ein Wochenmarkt natürlich nicht ohne die einschlägigen Verdächtigen wie Steinpilze und Marroni aus. Daneben das gesamte Füllhorn, das ein Markt in eine so kulinarisch verwöhnten und verwöhnenden Region bieten kann.

Darunter auch Leckereien, die man bei uns zwar inzwischen gelegentlich in Markthallen, aber doch eher seltener auf Wochenmärkten antrifft. Perfekt gereiftes T-Bone oder Burger Patties vom Angus hier beispielhaft genannt. Klassische Gemüsestände gibt es ebenso, teilweise überdacht, und die für italienische Märkte obligatorischen Haushaltswaren wachsen gelegentlich in den Himmel.



Nicht überall in der Region selbstverständlich: Das Pflaster in der Altstadt ist weit überwiegend glatt und damit auch mit Rollstuhl sehr gut befahrbar.

Die wenigen Bereiche, wo das nicht so ist, hat man abgesperrt. 😉

Was natürlich nicht fehlen darf in Alba, besonders im Herbst, ist der Hinweis auf die Trüffel. Ich war eine Woche vor offiziellem Beginn der Trüffelmesse auf dem Markt. Die Eröffnung selbst hätte ich mitnehmen können, habe sie mir aber verkniffen. Auch das, wenn man so will, ein Handicap: Ich habe eine Allergie auf Trüffel. Mein Körper reagiert mit dem, was ihm an Abwehr zur Verfügung steht. Dadurch habe ich schon Probleme mit dem Geruch. Die Allergie ist selten, aber ich habe in und um Alba mehrmals gehört, dass ich nicht die Einzige bin.
Alba hat einen sehr zentral gelegenen Stellplatz in der Via Giovanni Ferrero. Ohne Service, aber kostenlos.
Wenn du dies siehst, nachdem deine Seite vollständig geladen wurde, fehlen leafletJS-Dateien.


Schreibe einen Kommentar