

Trakai, eigentlich der Name der Stadt, steht synonym fรผr die ikonische Inselburg Trakai, die malerisch im Galvฤsee liegt, der seinerseits Teil einer grรถรeren Seenlandschaft ist. Das Stรคdtchen selbst liegt auf einer Halbinsel, genauso wie die zweite Burg Trakais, die allerdings nur noch eine Ruine ist. Viel blaues Wasser also, das die eigentliche Wasserburg Trakai mit ihrer roten Backsteinfassade nur noch prรคchtiger aussehen lรคsst. Zwar ist die mittelalterliche Burg selbst, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, mit ihrem Museum nicht barrierefrei zugรคnglich. Das gilt aber nicht fรผr die Auรenanlagen und die hรผbsche Altstadt Trakais mit ihren Holzhรคusern, die sich wie auf einer Perlenschnur am Seeufer aufreihen. Es lohnt also, sich ein wenig Zeit fรผr einen Besuch einzuplanen. Nur eine Warnung vorab:
Man sollte vorsichtig sein, Trakai im Sommer am Wochenende zu besuchen. Ich bin zunรคchst Sonntags aufgeschlagen und fรผhlte mich ans Werder Apfelblรผtenfest erinnert. Menschenmassen und eine weitrรคumig abgesperrte Altstadt, die zwar mit blauem Schwerbehindertenausweis motorisiert zugรคnglich ist. Und dieses Angebot habe ich zunรคchst auch angenommen, bin dann angesichts der Menge an Menschen aber sofort wieder rausgefahren. Solche Menge an Mensch auf zu kleinem Raum ist nicht meins. Stattdessen habe ich mich erst einmal zum Campingplatz auf der anderen Seeseite begeben. (s.u.) Bei meinem erneuten Besuch am nรคchsten Morgen hatte ich die Gegend fast fรผr mich alleine, wie auch auf den Fotos zu sehen ist. Nicht wiederzuerkennen. Voll ist am Wochenende รผbrigens nicht nur Trakai selbst, sondern, eigentlich erwartbar, weitrรคumig die Ufer der Seen.
Wasserburg Trakai


Entgegen einiger Hinweise, die im Netz zu lesen sind, kommt man auch mit Rollstuhl ganz gut auf die eigentliche Insel der Wasserburg. Einem weitlรคufigen Spaziergang zur und rund um die Anlage steht also nichts im Weg. Es sind รผbrigens zwei Inseln. Man รผberquert zunรคchst eine kleinere, um zur Insel der eigentlichen Wasserburg zu kommen. Wie im Bild zu sehen, hat man das sogar mit dem Kopfsteinpflaster ganz gut hinbekommen. Der Zwischenraum reicht fรผr einen Rollstuhl, so man kein grรถรeres Elektromobil hat, das dann aber mit den Steinen zurechtkommen mรผsste. Auf der etwas lรคngeren Brรผcke (wir reden hier schlieรlich von einer Festungsanlage, die es Eindringlingen nicht leicht machen mรถchte) hat man eine Hรคlfte mit Rรคder tauglichem Untergrund ausgestattet.
Der Bau der Wasserburg selbst ist beeindruckend. Sie spielte, wie andere Festungsanlagen im Land auch, eine bedeutende Rolle bei der Verteidigung Litauens gegen die Angriffe der Kreuzritter. Eine mรคchtige Vorburg mit dicken Mauern hatte Platz, dahinter auch den Bรผrgern der Stadt Trakai, damals zweite Hauptstadt Litauens, Zuflucht zu geben.
Altstadt Trakai

Trakai selbst ist seit Jahrhunderten eine „Multikulti“-Stadt verschiedener Vรถlker und Religionen im friedlichen Miteinander. Das spiegelt sich auch in der Architektur der รผberwiegend aus Holz gebauten Hรคuser wieder. Altstadt und die Inseln der Burganlagen eignen sich sehr gut fรผr einen lรคngeren, angenehmen Spaziergang mit immer wieder unterschiedlichen Ansichten. Auch einige Gastronomie Einrichtungen kann man findenโฆund einen italienischen Espressoautomaten zur Selbstbedienung.



Die Gegend rund in und um Trakai ist so Wert, sich ein wenig aufzuhalten. Neben lรคngerem Spazierengehen mit zahlreichen unterschiedlichen Fotomotiven gibt es auch verschiedene Mรถglichkeiten fรผr Vergnรผgen auf dem Wasser. Mit eigener Muskelkraft betrieben werden kรถnnen vom SUP รผber Tretboot bis zum Ruderboot. Darรผber hinaus gibt es auch Ausflugsboote, von denen einige barrierefrei sind.
รbernachtet habe ich in der Region auf dem Campingplatz Holiday Center Slenis, der auf der gegenรผberliegenden Uferseite des Galvฤsees liegt. Dieser Platz ist bedingt fรผr Rollstuhlfahrer geeignet, die Sanitรคranlagen einigermaรen barrierefrei. Schรถn unter Bรคumen am See mit Mรถglichkeiten zum Sport und Wassersport ein sehr angenehmer Aufenthaltsort. Das werden die Mรผcken sicher bestรคtigen, die sich durch das viele Wasser auch prรคchtig entwickeln.


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