
Der nächste Abschnitt der Reise ist ganz dem Thema Reis gewidmet. Das Getreide steht für eine ganze Kulturlandschaft, welche die gesamte Po-Ebene weit hin sichtbar prägt. Knapp die Hälfte des europäischen Reisanbau stammt von hier, wo der Reis noch im Nassanbau produziert wird. Weithin sichtbar, weil zu diesem Zweck der Untergrund flach sein muss. Das gilt für die Po-Ebene, die sich zwischen Alpen und Apennin „so richtig flach“ erstreckt.
Das Zentrum der Reisproduktion ist Vercelli, diese schon aus der Römerzeit stammende Stadt. Deren Zentrum bildet der Piazza Cavour, ein schöner, malerischer Platz, der von Arkaden umrahmt wird: bewacht vom Standbild des Grafen von Cavour und umrahmt von einigen Türmen, wie dem Torre dell angelo, die Atmosphäre schaffen.

Was die Bilder des Platzes und des Freitagsmarkts von Vercelli aber auch zeigen, ist das schon bekannte Problem des Pflasters, hier einmal kreativ aber im Sinne des Wortes auf die Spitze getrieben: Der gesamte Platz besteht aus dem Rollstuhlmaterial quälenden Pflaster aus spitzen Kieselsteinen. Zwar gibt es auch hier „Routen“ aus glattem Pflaster, diesmal in eleganten Mustern geschwungen. Diese sind aber für eine Passage nicht zu gebrauchen, so dass man sich letztlich mit dem Gang durch die Arkaden behelfen muss. In den Seitensträßchen ist es aber besser.

Vercelli ist ein guter Ausgangspunkt, die riesigen Reisfelder der Po-Ebene auf sich wirken zu lassen, die gut 2000 Hektar umfassen, bis zum Horizont und noch ein Stück weiter. Zum Zeitpunkt meines Besuchs war die Reisernte weitgehend abgeschlossen. Gerade noch auf den letzten Feldern konnte man die großen Maschinen bei der Arbeit beobachten. Das hieß natürlich auch, dass das Wasser, das im Sommer die gesamte Ebene und die Felder flutet, längst abgelassen war.

Ich werde sicherlich noch einmal wiederkommen, um zu sehen, wie diese Landschaft wirkt, wenn das alles geflutet ist. Es ist jedenfalls ein sehr beeindruckender Landstrich.

Auffällig nicht nur die flache Ebene, sondern die schnurgeraden Straßen, die neben den Bewässerungsgräben die Struktur der Landschaft prägen.


Eine Landschaft voller Impressionen.






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