Acqui Terme – Kurstadt mit kleinen Hindernissen

Dass man in Acqui Terme mit seinen Thermalquellen gut Kuren kann, wussten schon die Alten Römer. Der hohe Schwefelgehalt garantiert das volle Rundumprogramm innerer und äußerer Anwendung. Von dieser Wirkung sind nicht nur Besucher, sondern auch Einheimische so überzeugt, dass sie tagsüber Schlange stehen, um sich ihr Wasser an der öffentlichen Quelle abzufüllen oder sich auf die Steine davor setzen, um die Dämpfe zu inhalieren.

Leider zeigt sich schon an dieser Stelle, was sich wie ein roter Faden durch die gesamte Stadt zieht. Man sollte eigentlich meinen, dass eine Stadt wie diese mit derart langer Gesundheitstradition etwas gezielter eingestellt ist auf mobilitätseingeschränkte Menschen. Das ist ein Irrtum. Denn schon am Zugang zur Quelle merkt man, dass dem nicht so ist. Wie ein roter Faden zieht es sich durch die Altstadt, dass man nicht nur das obligatorische Kieselsteinpflaster hat. Man bietet – und das ist der Unterschied zu anderen Städten, die das besser machen – keine vernünftige Ausweichmöglichkeit. Da, wo es mögliche Spuren gibt, sind sie durch Kübel verstellt.

Die Steigung tut an den Stellen ihr Übriges. Ausgerechnet die durch drei Epochen geprägte Kathedrale Santa Maria Assunta ist nicht mit Rollstuhl oder Rollator zugänglich. Wobei man das auch erst erfährt, wenn man den Berg erklommen hat.

Man muss sich also ein wenige darauf einstellen, dass man die hübsche Altstadt nur mit Einschränkungen errollern kann. Immerhin geht das allerdings, auch dank einer weitläufigen Fußgängerzone, die (fast) nicht befahren ist.

Was natürlich wieder hervorragend funktioniert wie im gesamten Piemont, ist: Essen!

Herzhaft….
…und süß…
…und kalt.

Nicht nur zur Verdauung bietet sich ein Spaziergang am Fiume Bormida an. Auch wenn ein heftiges Hochwasser erst kurz zuvor durch das Flußtal gespült war, waren die Ufer schon ziemlich gut wieder gesäubert und begehbar gemacht. Dennoch konnte man nicht nur am alten Viadukt sehen, wie hoch das Wasser gestanden hat.

Der Spaziergang lässt sich gleich von der kommunalen Area Sosta Camper an der Viale Luiga Einaudi starten, die gegen geringe Gebühr Ver- und Entsorgung sowie Strom bietet. Mit Ausweis parken Schwerbehinderte kostenlos. Der Platz ist recht ruhig und schattig.

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