

Mit Augenzwinkern: Der Barolo ist wie der Chianti nur schöner. Zwar fehlen die Olivenbäume der Toskana, dafür hat der Piemont Haselnussbäume und … die Alpen. Letzteres ist das As im Ärmel des Piemont. Mit sanften Hügeln voller Weinstöcken trumpfen beide auf. Auf dem ein oder anderen Hügel ein malerisches Dorf, das einem wunderbare Fernsicht beschert.
La Morra
Das vielleicht spektakulärste dieser Ortschaften ist La Morra. Auf einer Hügelkette mit recht steilen Abhängen gelegen, hat man von dort eine fantastische Aussicht auf das Weingebiet drumherum. Eigentlich wäre ein solche Hügelkette hervorragend geeignet für Höhenwanderungen. Alleine, die Tradition vereitelt das: Die Rebstöcke sind nicht, wie wir es aus Deutschland kennen, längs gebaut, sondern quer. Was zu steilen Wegen und Pfaden führt, die für Rollstuhlfahrer nicht geeignet sind. Auch in La Morra selbst muss man ein wenig aufpassen. Sportlichkeit oder elektrische Unterstützung beziehungsweise schiebehelfende Hände sind von Vorteil.




Am Piazza Vittorio Emanuele gibt es einen Parkplatz mit Behindertenparkplatz. Von dort ist eine Runde Via San Martino zum Belvedere möglich. Wie die Via Re Umberto I ist diese relativ steil, aber ansonsten gut befahrbar. Der Belvedere bietet mit kleinem Platz eine tolle Aussicht. Es gibt auch Gastronomie, so dass man gut verweilen kann. Hier merkt man auch den Geist des mittelalterlichen Ortskerns, der immerhin auf ein rund 2000 Jahre altes Dorf zurückgeht. Am Rundwegesrand die Chiesa San Sebastiano, ein barrierefrei zugänglicher Ort, der für Ausstellungen genutzt wird.
Das Titelfoto ist vom Punto Panoramico am südlichen Ortsrand von der Via Roma aus aufgenommen. Auch hier gilt: Mit etwas gegebenenfalls verstärkter Muskelkraft machbar.

Barolo
Was in der Toskana die Region Chianti und der namengleiche Wein ist, ist im Barolo auch der namengebende Ort Barolo. Ganz im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden und Dörfern liegt Barolo im Tal, lauschig geschützt, umgeben von Weinbergen, welche die Nebbiolo-Trauben für den berühmten Wein tragen. Barolo beherbergt das Museo del vino a Barolo, auch WiMu genannt, ein Weinmuseum, das sich mit interaktiven Ausstellungen ganz dem Weinanbau und der Weintradition verschrieben hat. Das Museum ist – entgegen gelegentlicher Angaben im Netz – voll barrierefrei! Trotz denkmalgeschütztem Castello Falletti, einer mittelalterlichen Burg, hat man geschafft, einen Aufzug einzubauen, der mit den architektonischen Gegebenheiten klar kommt – und sie mit ihm. Vorbildlich!
Im Museum wechseln sich diverse informative Elemente mit Mitmachposten und Kunstobjekten ab. Auch gibt es historisch eingerichtete Zimmer, die auf die historische Vergangenheit des in den Ursprüngen aus dem 11. Jahrhundert stammenden Castellos.


Gleich neben dem Wimu findet sich in einem alten Weinkeller das Museo dei cavatappi, das Korkenziehermuseum. Rund 350 Jahre Geschichte, eine Weinflasche zu öffnen. Eine Mischung aus im positiven Sinne spleenig, informativ, unterhaltsam und sehr ästhetisch umgesetzt. Das Museum ist zudem noch barrierefrei zugänglich. Der Eintritt für Schwerbehinderte frei.
Barolo selbst ist ein hübscher Ort mit kleiner Altstadt, durch die man auch mit Rollstuhl flanieren kann.

Novello
Gleich hinter Barolo liegt Novello, das wieder, wie es sich gehört, auf und nicht unterhalb des Hügels gebaut wurde. Das beschert einmal mehr eine tolle Aussicht in alle Richtungen. Man kann durch den ganz netten Ort spazieren. Mit Rollstuhl bekommt man allerdings nur eine Runde hin, wenn man Hilfe zum Abbremsen hat. Es gibt eine sehr steile Stelle. Ich bin dann eher ein Y gelaufen. Das weithin sichtbare Castello beherbergt ein Hotel. Ebenfalls gibt es eine Cantina Communale und mehrere Restaurants. Die Gemeinde betreibt einen Area sosta Camper, der Frischwasser beschert und man kann auch sein Brauchwasser loswerden.

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