Zu Fall zur Zufall-Hütte

Nicht immer ist die Idee, ein Ziel zu erreichen, von Erfolg gekrönt. Gelegentlich ist Sturheit nicht der beste Ratgeber. Als Pendant zur sehr schönen, barrierefreien Panorama-Tour gleich in der Nachbarschaft am Zufrittsee hier das Negativbeispiel. Das zeigt auch, dass gerade in den Alpen leider überhaupt nicht automatisch Verlass ist auf Beschreibungen von Einheimischen und Bergwanderern, wenn es um die Beurteilung von Barrierefreiheit geht. Für die sind Arbeitswege im Zweifel immer bequeme, breite Wege, auf denen man ja schließlich auch mit einem Auto rollen kann. Also muss das ja auch mit Rollstuhl funktionieren, spätestens dann, wenn dessen Nutzerin den Anschein erweckt, wandern zu wollen.

Nein, die Tour ist absolut nicht zu empfehlen mit Rollstuhl. Ganz egal, ob sie in allgemeinen Tourenbeschreibungen als „moderat“ gilt.

Alleine gar nicht. Mit Begleiter ist es auch eine wirkliche Kraftanstrengung. Eventuell, da fehlen mir die Erfahrungen, kann man das zivil mit alpin tauglichen Zugmaschinen hinbekommen. Aber die Steigung ist steil und schwierig. Angegeben punktuell bis 17%. Nur dass die „Punkte“ ziemlich lang waren, Klamotten im Weg waren und insbesondere an den denkbar ungünstigsten Stellen Wasserrinnen den Spaß ziemlich erschwert haben. Auch war die Strecke bestens dafür geeignet, festzustellen, dass ab einem gewissen Grad Steigung und Wegverhältnissen, nicht die Kraft das Problem ist, egal von wem sie kommt, sondern dass man aus dem Rollstuhl rausfliegt.

Ich habe das mit meinem Sohn als starker Begleitperson gemacht und damit gab es zwei Sturköpfe, die oben ankommen wollten. Erst Recht, nachdem man die Hütte ab einem gewissen Punkt vor sich und damit greifbar hatte. Unmittelbar vor der Hütte musste man über einen Felsen, was im Rollstuhl dann gar nicht mehr möglich war.

Sicher hat das Panorama und die gute Küche auf der Hütte ein wenig entschädigt. Genauso wie der Abstecher zur Plimaschlucht und dem dortigen Wasserfall. (Achtung! Nicht mit Rollstuhl machbar. Ich bin die etwa 30 Meter mit Unterstützung gegangen) Trotzdem bekommt die Tour mit Rollstuhl die Warnung:

Bitte lieber – nicht nachmachen 😉

Genau weil das so ist, steht sie hier übrigens als abschreckendes Beispiel. Das werde ich grundsätzlich auch bei Negativerfahrungen machen.

Um gescheite Fotos zu machen, dafür reichte die Energie übrigens nicht mehr…


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