
Nach der Rollstuhl-Aktion nun im zweiten Anlauf der Versuch, in den Apennin zu kommen. Dieser Gebirgszug dominiert ab Bologna in Richtung Süden den gesamten Stiefel Italiens. Die meisten Teile davon haben Italienreisende überhaupt nicht auf dem Schirm. Am nördlichen Ende geht die völlig flache Po-Ebene zunächst über in eine sanfte Hügellandschaft, um dann recht plötzlich in den Gebirgszug zu wechseln. Es ist ein Genuss für einen Roadtrip. Es entschädigt durch die fantastischen Panoramen auch dafür, dass man mit Rollstuhl nur eingeschränkt wandern kann. Mit Montiano und Longiano liegen die ersten beiden Gemeinden dieser „Bergtour“ genau an der Kante und bieten diesen tollen Blick bis runter zum rund 20 km entfernten Meer und zur anderen Richtung auf die Gebirgskette des Apennin.

Longiano ist ein hübscher mittelalterlicher Ort, der, wie so viele Orte in der Umgebung, geprägt ist von einer recht stattlichen Burganlage. Davor ein kleiner Platz mit leider zur Besuchszeit geschlossener Gastronomie. Die Burg selbst beherbergt ein Museum für Moderne Kunst, das die Stiftung Tito Balestra dort betreibt. Neben den Kunstwerken des namengebenden Künstlers werden auch Wechselaustellungen gezeigt. Der untere Bereich des Museums ist barrierefrei. Ins erste Obergeschoss gibt es zwar einen Treppenlift, aber die Anbindung in die weiteren Räume, zu denen es einige Stufen gibt, fehlt noch. Gleichwohl lohnt aber der Besuch. Die Aussstellung integriert sich schön in die mittelalterlichen Räume.

Schlafstatt sollte das auf dem Hügel nebenan liegende Montiano werden. Ebenfalls ein mittelalterliche Ort mit einem hübschen Dorfplatz.

Hier wäre auch noch ein Plätzchen frei für Menschen, die schon immer mal einen Palazzo ihr Eigen nennen wollten.

Im Ort auch eine recht neue, gut ausgestattete Area Sosta Camper, die aus Rollstuhlfahrer-Sicht nur den Nachteil hat, dass sie so am Hang liegt, dass sie zwar zum Übernachten flach genug ist, aber man im Rollstuhl nicht von dort in den eigentlichen Ort kommt, weil die Zufahrt zu steil ist.


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